200.000 € Einsparung durch „Green Globe“ – ein Best Practice Beispiel der Musik- und Kongresshalle Lübeck (German)

200.000 € Einsparung durch „Green Globe“ – ein Best Practice Beispiel der Musik- und Kongresshalle Lübeck (German)
January 24, 2010 Arton Kabashi

Energieeinsparung, Emissionssenkung, Ressourcenschonung und Kostenersparnis fangen im Kleinen und Alltäglichen an. Die Geschäftsleitung eines Unternehmens muss bei diesem Thema vorangehen und die Basis zum Umdenken motivieren. Das „Green Globe“ Zertifikat ist besonders gut dafür geeignet, einen solchen Prozess in Gang zu setzen. Die Geschäftsleitung beschäftigt sich im Verlauf der Zertifizierung, zusammen mit den Bereichs- und AbteilungsleiterInnen sowie den individuellen MitarbeiterInnen, anhand von über einhundertfünfzig Anforderungen aus allen relevanten Bereichen intensiv mit dieser Fragestellung. Auf diese Weise werden in einer dynamischen Teamleistung viele offensichtliche und ebenso viele versteckte Punkte im eigenen Betrieb zu Tage gefördert, welche das Bewusstsein automatisch schärfen und gleichzeitig effiziente Lösungswege aufzeigen. Am Ziel dieses organischen und gemeinschaftlichen Prozesses steht das „Green Globe“ Zertifikat für das eigene Haus. Diese Auszeichnung wirkt nicht nur Identitätsstiftend, sondern spornt auch zum Weitermachen an, denn die Ergebnisse werden alle zwei Jahre von unabhängigen Sachverständigen überprüft. In der Musik- und Kongresshalle Lübeck haben sich im Lauf von nur zwei Jahren, neben dem positiven Effekt für die Belegschaft, auch eine zählbare Kostenersparnis von über Euro 120.000,00 (bis 2011 ca. 200.000)für das Unternehmen eingestellt – mit der ersten Begeisterung für nachhaltiges Wirtschaften ist nach kurzer Zeit ein komplexes Umweltmanagementsystem etabliert worden. Ein stärkeres Argument für das „Green Globe“ Zertifikat wird es kaum geben!

Ressorcenschonung im Einzelnen
Im Bereich Wasser wurden seit 2008 alle sanitären Anlagen samt Küchen überprüft (keine tropfenden Wasserhähne, Wasserdruck einstellen, Wasserdurchlaufbegrenzer einbauen) sowie zwei defekte Pumpen ausgetauscht. Der Wasserverbrauch konnte bis heute um fast 80% gesenkt werden. Selbst die MUK ging anfangs von einem defekten Zähler aus, aber es wurde dreimal seitens der Stadtwerke kontrolliert – diese Einsparung wurde tatsächlich erzielt.

Im Bereich Strom wurde vor allem durch Verhaltensmaßnahmen und Sensibilisierung der Mitarbeiter und weiterer Dienstleister ein sorgsameren Umgang erreicht. Neue Geräte werden stets auf Energieffizienz geprüft. Leuchtmittel wurden auf LED umgestellt. So konnte insgesamt bis heute eine Einsparung von fast 30% erreicht werden. Seit 2010 bezieht das Haus wir Ökostrom (50% physikal. Wasserstrom, 50% Erneuerbare Energien).

Im Bereich Fernwärme musste aufgrund des kalten und langen Winters 2010 einerseits eine leichte Erhöhung um 6% in Kauf genommen werden, die aber durch Preisverhandlungen kompensiert werden konnten, da die Stadtwerke das Haus mit einem alten BKHW versorgen. Ohne Fokussierung auf das Energiethema hätte die Geschäftsleitung keine Veranlassung gesehen, zu verhandeln. Bis heute sind Einsparungen bis 20% zu erwarten.

Durch Inbetriebnahme einer neuen Gebäudeleittechnik können Strom- und Fernwärmeverbräuche noch weiter optimiert werden. Es ist dann mit einer Ersparnis von über 200.000 Euro zu rechnen.

www.muk.de

 

Green Globe in Deutschland